Rezension: Carla Federico - "Die Rosen von Montevideo"

Seiten:

784

Übersetzer:

/

Verlag:

Knaur Taschenbuch

 

Klappentext:

"Montevideo 1843. Der Frankfurter Bankierssohn Albert Gothmann verliebt sich Hals über Kopf in die lebenslustige Rosa, Tochter einer der ältesten spanischen Familien Uruguays. Doch ihre Liebe zwingt sie zum Verzicht auf ihre Heimat, ein Schicksal, das fortan alle Nachfahrinnen ihrer Familie teilen. Sind die Frauen stark genug, um für ihre Leidenschaft zu kämpfen?"

 

Quelle: http://www.droemer-knaur.de/buch/7768688/die-rosen-von-montevideo#

Die freiheitsliebende Rosa de la Vegas soll von ihrem Vater aus einen älteren Geschäftspartner ehelichen. Die junge Frau weigert sich aber strikt und flüchtet aus dem Elternhaus. Durch einige abenteuerliche Vorkommnisse lernt sie Albert Gothmann kennen, einen deutschen Bankierssohn. Er rettet sie und bietet Rosa die Chance, aus dem Arrangement ihrer Familie zu entfliehen, indem sie Albert heiratet.

In dessen Heimatsstadt Frankfurt ist aber nichts so, wie Rosa es sich vorgestellt hat - am wenigsten ihr Leben. Vor allem die Gesellschaft und ihre Schwiegermutter und Schwägerin machen ihr ihr Leben in Deutschland so schwer wie möglich.

Selbst die Geburt der gemeinsamen Tochter Valeria vermag die sich auseinanderlebenden Eheleute nicht zu vereinen. Im Gegenteil: Ein schreckliches Unglück scheint sie unwiderruflich zu entzweien.

Zwei Jahrzehnte später flüchtet Valeria als blinder Passagier auf dem Schiff, welches ihre Cousine Claire und ihren Onkel Carl-Theodor nach Montevideo bringt. Dort möchte sie ihre Familie kennenlernen - aber vor allem eines: Frei sein von ihren Eltern, die sie mit frostiger Distanz erzogen und dann ins Internat geschickt haben.

 

Viele unvorhergesehene Geschehenisse, Dramen und Abenteuer warten auf die Frauen der Familie de la Vegas / Gothmann - ebenfalls in der nächsten Generation. Doch was hält das Schicksal noch für sie bereit?

 

 

Carla Frederico, das Pseudonym der Autorin Julia Kröhn, bietet mit "Die Rosen von Montevideo" eine unterhaltsame Familiensaga mit einigen Schwächen.

Der Sprachstil gefiel mir äußerst gut. Manchmal vielleicht einen kleinen Tick zu langatmig, aber sehr bildgewaltig und bezeichnend. Manchmal kam es mir vor, als wäre ich in der Zeit und in den Ländern vor Ort.

Das Buch ist in verschiedene Generationen eingeteilt. Eingeleitet wird es durch die Vorgeschichte der Valeria Olivares, Rosas Mutter. Hauptcharaktere sind größtenteils die Frauen der Familie de la Vegas / Gothmann, die Männer sind meist nur Nebencharaktere.

 

So viel zum Grundsätzlichen.

Mir, als Leserin, waren die Frauen oftmals einfach nur unsympathisch. Ich weiß nicht, wie es Anderen geht, aber ich muss mit den Hauptcharaktere mitfühlen und -leben können. Es sollte mir die Tränen in die Augen treiben, wenn der Protagonistin etwas Schreckliches passiert - denn dies passiert mir oft genug bei Büchern, die mich einfach nur fesseln.

Bei "Die Rosen von Montevideo" wollte ich mehrmals das Buch gegen die Wand werfen. Alle diese Frauen sind klug, intelligent und schön. Auch freiheitsliebend und wollen nicht eingesperrt werden. Alles schön und gut. Aber warum verhalten sie sich dann oftmals so naiv und blauäugig? Teilweise habe ich deren Verstand wirklich angezweifelt. Es waren mir unvorstellbare Reaktionen dabei, die ich wirklich nicht nachvollziehen konnte.

 

Meiner subjektiven Meinung nach, ist es für mich als Leserin, nicht gut, wenn man die Protagonisten einfach "nicht leiden kann". Das nimmt viel des Lesevergnügens.

 Die Autorin hat vielleicht etwas übertrieben, denn mir war es oftmals zu viele Zufälle, die Charaktere zusammenführten, aber auch zu viel Schicksal und pur gewollte Handlungsstränge, die sich eigentlich nicht wirklich in die Geschichte einfügten.

 

"Die Rosen von Montevideo" waren nicht schlecht. Wie oben erwähnt, gefiel mir die Sprache und die Idee der Geschichte an sich sehr. Durch den Schreibstil blieb ich auch bei ungern gelesenen Stellen nicht stecken und zudem fühlte ich mich doch relativ gut unterhalten. Deshalb vergebe ich die drei Schmetterlingspunkte, auch wenn ich einiges an Kritik geäußert habe.

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