Rezension: Elizabeth Fama - "Syrenka"

Seiten:

368

Übersetzer:

Dorothee Haentjes

Verlag:

arsEdition

 

Klappentext:

"1872: Die schöne Sirene Syrenka verliebt sich in den jungen Naturwissenschaftlicher Ezra und folgt ihm an Land. Doch diese Entscheidung, aus Liebe getroffen, zieht ungeahnte und tödliche Konsequenzen nach sich.
140 Jahre später trifft die 17jährige Halbwaise Hester am Strand einen mysteriösen Fremden und fühlt sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Je näher sie ihm jedoch kommt, desto mehr traurige Geheimnisse ihrer Familie werden ans Land gespült. Ist etwa ein Fluch schuld daran, dass jede Frau ihrer Familie drei Tage nach der Geburt ihrer ersten Tochter stirbt?
Die Antworten warten auf dem Friedhof, der Krypta und auf dem Grund des Meeres auf das junge Mädchen. Dunkle Mächte lassen jedoch nichts unversucht, um Hesters Verbindung zu Syrenka und der furchtbaren Tragödie, die vor so vielen Jahren geschah, im Dunkel der Tiefe verborgen zu halten."

(Quelle: http://www.arsedition.de/titel-1-1/syrenka-8750/ )

1872: Der reiche Wissenschaftler Ezra ist fasziniert vom Meer und seinen Geschöpfen. Bei einem seiner Studienausflügen entdeckt er die Sirene Syrenka und verliebt sich sofort in sie. Immer öfter treffen sie sich und wünschen sich beide nichts sehnlicher, als zusammen zu sein.

Doch dieser Wunsch kann nur durch eine blutige Tat und neues Leben erfüllt werden.

 Die Entscheidungen werden vom Schicksal gefällt und Ezra und Syrenka ist eine kurze, gemeinsame Zeit vergönnt. Bis erneut etwas grausames geschieht...

 

Über 140 Jahre später: Die Halbwaise Hester hat ihre Mutter schon früh verloren und hinterfrägt noch immer den Grund ihres Todes - der bis heute ungeklärt ist.

Schnell erkennt sie, dass alle Frauen in ihrer Familie kurz nach der Geburt ihrer Kinder - alles Töchter - gestorben sind. Die meisten aus nicht geklärten Gründen.

Nach und nach kommt Hester auf eine interessante Spur - auch mit Hilfe eines mysteriösen Fremden, den sie am Strand getroffen hat: Ezra.

Werden die Geheimnisse gelüftet, bevor erneut jemand zu Schaden kommt? Und was ist der Hintergrund der seltsamen Familiengeschichte Hester's?

 

Elizabeth Fama hat mit "Syrenka - Fluch der Tiefe" ein interessantes, mysteriöses Werk geschaffen. Ich muss gestehen, dass ich mir etwas mehr erhofft habe - auch aufgrund der fantastischen Gestaltung der deutschen Ausgabe. Ich liebe Geschichten über Meerjungfrauen und Meerwesen schon seit "Arielle - Die kleine Meerjungfrau". Natürlich werden wir alle erwachsen und möchten, dass die Geschichten auch reifer werden.

Hier gab es eine Mischung aus fantastischen Elementen, Liebe, Romantik, Eifersucht, aber auch Mysteriöses, Sagen und Nervenkitzel.

Das, worauf ich aber bei solchen Geschichten am meisten Wert lege, fehlte: Tiefe, die Details. Eine genauere Beschreibung des Meeres, des Strandes, der Ortschaft oder der Meerwesen wäre wundervoll gewesen. Doch die Autorin vernachlässigt dies etwas. Man kann es auf zweierlei Weisen verstehen: Rege deine Fantasie enorm an oder störe dich daran. Ich tat ersteres und eckte bei zweitens an. Manchmal braucht man einfach eine gewisse Bildhaftigkeit, die die eigene Fantasie anregt und fördert.

 

Zu den Charakteren muss man sagen, dass auch diese relativ flach blieben. Lediglich Hester wurde dem Leser etwas näher gebracht. Sie hat ihre Mutter schon früh verloren und hat sich selbst versprochen, sich nie zu verlieben bzw. nie sexuellen Kontakt zu einem Mann zu haben. Sie möchte nämlich niemals Kinder haben, da sie Angst hat, dass diese ebenfalls ohne Mutter aufwachsen könnten.

 

Die anderen Protagonisten blieben Randfiguren, bis auf Syrenka und Ezra, aus dem ich bis zum Schluss nicht so ganz schlau wurde.

Gerade aber ein Einblick in die Gefühlswelt Syrenka's wäre interessant gewesen, denn schließlich ist sie eine Sirene und versteht vieles anders, als ein Mensch. Dennoch war sie mir als Figur äußerst sympathisch und ich hätte gerne mehr von ihr erfahren. Auch von ihrem Volk und wie die Gesetze zustande gekommen sind.

 

Im Großen und Ganzen merkt der Leser schnell, wohin die Geschichte führt. Einige Szenen ergeben selbst nach Beenden des Buches keinen Sinn und blieben für mich gewisse Textfüller, da es meiner Meinung nach die Geschichte nicht weiter bringt. Die Rückblenden widerum zwischen Syrenka's und Hester's Zeit waren interessant gestaltet und wichtig für die Geschichte, auch wenn das Finale an sich eher unspektakulär blieb.

Elizabeth Fama hat es dennoch - trotz der oben aufgeführten Punkte - geschafft, mich zu fesseln und das Buch relativ zügig zu lesen. Dies liegt auch unter anderem an dem Schreibstil der Autorin.

Aber wie erwähnt: Es gab einige Punkte, die mir nicht so gut gefielen. Diese wurden mir aber zum größten Teil erst nach Beenden des Buches bewusst und ließen mich die Geschichte hinterfragen. Während des Lesens war ich hin und weg von der Geschichte und enttäuscht, als sie vorbei war. Irgendetwas muss die Autorin wohl richtig machen...

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