Rezension: Ann Brashares - "So nah und doch so fern"

Seiten:

368

Übersetzer:

Sylvia Spatz

Verlag:

carl's books

 

Klappentext:

"Nur ganz wenige Menschen verfügen über die Gabe, sich an ihre früheren Leben zu erinnern. Daniel ist einer von ihnen. Sein Gedächtnis reicht viele Jahrhunderte, viele Leben zurück – und er erinnert sich an eine junge Frau, die er einst unglücklich geliebt hat. Nach jeder Rückkehr in eine neue Existenz begibt er sich auf die Suche nach ihr, bis er im heutigen Virginia auf Lucy trifft. In ihr erkennt er seine schicksalhafte Liebe wieder. Für Lucy aber ist Daniel ein völlig Fremder, auch wenn sie sich auf unheimliche Weise zu ihm hingezogen fühlt. Und beide ahnen nicht, dass ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit ihre gemeinsame Zukunft bedroht."

  Quelle: 

http://www.randomhouse.de/Paperback/So-nah-und-doch-so-fern-Roman/Ann-Brashares/e421818.rhd

Lucy Broward steht mit ihren siebzehn Jahren an der Schwelle zum Erwachsenen-Leben. Schon länger schwärmt sie für den Schüler Daniel Grey, der sie jedoch kaum eines Blickes würdigt. Sie ist fasziniert und beobachtet ihn. Lucy erkennt schnell, dass er eine sehr merkwürdige Person ist, und lieber für sich bleibt. Doch gerade das macht ihn für sie interessant. Welche Persönlichkeit verbirgt sich in ihm?

 

Daniel ist ruhig und meistens denkt er viel über das Leben nach. Schließlich lebt er schon seit über 1000 Jahren. Er wird immer wieder geboren und weiß nicht, warum. Doch eines weiß er: Er liebt Sophia, die Frau, die er in jedem Leben finden will. Nicht nur, weil er ihre Seele liebt, sondern weil er Wiedergutmachung leisten möchte...

 

Lucy hat aber auch noch mehr Last auf ihren Schultern zu tragen, als die Frage, ob der Junge, den sie mag, sie auch mag. Sie wird ständig mit ihrer Schwester verglichen, die sich so gar nicht an die Regeln der Gesellschaft halten wollte. Dana rebellierte, hielt sich eine Schlange als Haustier, brach die Schule ab - und starb schlussendlich an einer Überdosis Drogen... Dagegen ist Lucy eine wahre Musterschülerin.

 

Bei einem tragischen Ereignis in der Nacht des Abschlussballs kommen sich Lucy und Daniel näher - und mit einem Geständnis und der damit verbundenen Geschichte, die er ihr offenbart, treibt er sie weit von sich weg. Genau das Gegenteil von dem, was er beabsichtigte. Denn Lucy ist seine Sophia - doch wird er sie in diesem Leben für sich gewinnen können? Und welche Schwierigkeiten und Widersacher stellen sich ihm dabei in den weg?

 

 

Ann Brashares bietet hier eine unglaublich berührende und schöne Geschichte.

Doch ist die Idee so neu? Wünschen wir uns das nicht alle irgendwo?

Eine immerwährende Liebe. Eine Liebe über die Jahrhunderte hinweg. Denn die liebende Seele vergisst nie. Das ist wohl der Stoff, aus dem die romantischsten Geschichten der Welt entstanden. Wer möchte nicht daran glauben? Jeder Mensch sucht im Leben nach seinem passenden Gegenstück. Manchmal ist den Liebenden nur ein kurzer Moment gegönnt, anderen ganze Dekaden.

Meine Wenigkeit, als eine an die große Liebe glaubende Frau, war sofort hin und weg von "So nah und doch so fern".

Das lag aber nicht nur daran, dass mir die Grundidee der Geschichte gefiel. Viel mehr kannte ich den Schreibstil der Autorin bereits aus ihren vorherigen Werken - und mochte / mag ihn sehr, zum Anderen begeisterte dieser mich aber aufs Neue.

 

Die Kapitel springen zwischen Lucy und Daniels Gegenwart und Daniels vergangenen Leben, zu denen auch Sophia gehört, hin und her. Dies lässt den Leser beide immer besser kennenlernen. Vor allem sind seine Erlebnisse unglaublich faszinierend, wie sie sich doch innerhalb der verschiedenen Epochen so ähneln. Aber vor allem fesselt Daniels unglaubliche Liebe den Leser an die Seiten.

(Gut, vielleicht trägt auch der emotionale, mitreißende und flüssige Schreibstil der Autorin dazu bei.)

 

Die Charaktere waren für mich wirklich gut beschrieben. Daniel, der sich endlich Lucy offenbart, weil er sich doch so lange nach ihrer Seele verzehrt hat, und dann über das Ziel hinausschießt und sie total überfordert. Wie abwegig ist es denn, wenn jemand auftaucht und einem etwas über Seelenwanderung und Wiedergeburt erzählt - und der eigenen Seele. Doch selbst ihre Skepsis wird durch Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit auf eine harte Probe gestellt. Und irgendwann muss man sich, wenn man sich in Lucy hineinversetzt hat, fragen, wann ihr Widerstand zu bröckeln beginnt...

 

Meiner Meinung nach ist "So nah und doch so fern" eines meiner Highlights des Jahres, weil es emotional berührend und wundervoll geschrieben ist. Selten habe ich ein Buch so genossen - und ich musste noch lange über die Geschichte nachdenken...

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