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Rezension: Ilsa J. Bick - "Ashes 01: Brennendes Herz"

Seiten:

502

Übersetzer:

Weiß, Robert A.; Schermer-Rauwolf, Gerlinde; Schuhmacher, Sonja

Verlag:

Egmont INK

 

Klappentext:

"Die siebzehnjährige Alex befindet sich auf einer Wanderung in den Bergen, als plötzlich die Natur um sie herum verrücktspielt und eine Druckwelle sie zu Boden wirft. Was war das? Alex hat keine Ahnung, aber sehr schnell wird klar, dass die Welt, die sie kannte, nicht mehr existiert. Die meisten Städte sind zerstört und die Überlebenden werden zur lauernden Gefahr. Das Einzige, worauf Alex noch zählen kann, ist ihre Liebe zu Tom. Gemeinsam versuchen die beiden, sich durchzuschlagen. Doch dann wird Tom verwundet, und Alex muss ihn schweren Herzens zurücklassen, um sein Leben zu retten. Als sie mit Hilfe zurückkehrt, ist er verschwunden. Eine packende Suche beginnt. Eine Suche nach Antworten, sich selbst und nach der einen ganz großen Liebe. Denn Alex weiß: Tom lebt, und sie wird ihn finden, komme, was wolle..."

(Quelle: http://egmont-ink.de/die-buecher/)

Die 17-Jährige Alex ist schwer krank - sie hat einen inoperablen Gehirntumor. Mit der Asche ihrer Eltern, einigen Briefen und einer kleinen Ausrüstung macht sie sich auf den Weg in die Berge des Waucamaw-Parks. In einer Ruhepause begegnen ihr ein älterer Mann, Jack, und seine Enkelin Ellie mit dem Hund Mina.

 

Plötzlich spielt die Natur verrückt und eine gewaltige Druckwelle wirft alle zu Boden. Jack überliebt dies nicht und Mina, der Hund ist plötzlich mehr als verunsichert. Auch Alex spürt, dass irgendetwas nicht stimmt. Vor allem, da sie plötzlich entfernte Dinge riechen kann, fast wie ein Tier - und das, obwohl ihr Geruchssinn seit der Chemotherapie kaum mehr existent war. Gemeinsam machen sich Alex, Ellie und Mina auf den Weg, um andere Menschen zu finden. Dabei begegnen sie auch Jugendlichen, die Alex auf ihrem Weg in die Berge getroffen hatte - nur sind sie nicht mehr sie selbst. Wie Kannibalen fallen sie übereinander her und ernähren sich primitiv wie Tiere...

 

In einer mehr als lebensgefährlichen Situation werden Alex, Ellie und Mina von Tom gerettet. Der 20-Jährige ist ebenfalls einer der wenigen Jugendlichen, die völlig normal geblieben sind. Doch wo fängt die Zivilisation an - und wo hört das sinnlose Blutvergießen auf?

 

 

Ilsa J. Bick entwirft hier einen völlig überwältigenden Roman. Sie bringt dystopische Elemente in eine Endzeit-Geschichte ein und spickt dies alles mit logischen Erklärungen - und somit entsteht ein realistisches Szenario.

 

Die Hauptprotagonistin Alex ist eine sympathische junge Frau, die bestimmt kein leichtes Leben genossen hat. Schwer getroffen vom Tod ihrer Eltern und ihrer eigenen gesundheitlichen Diagnose, macht sie sich auf in die Berge, um gewissermaßen Abschied zu nehmen. Auch hatte man im Verlauf der Geschichte das Gefühl, dass ihr einst durch Chemotherapie etc. erloschener Lebenswille, mit jedem Tag in dieser "verkehrten" Welt neu belebt wird.

Auch Tom ist ein sehr realistischer Charakter, da er im Krieg gedient hat und diese Erlebnisse ihn schwer geprägt haben. Da es etwas ist, was wir alle schon gehört haben, können wir uns vorstellen, wie sehr das einen Menschen verändern kann - obwohl natürlich nur die Betroffenen selbst wissen, wie es ist, dies zu erleben.

Hier bemerkt man auch den gewissen Beschützerinstinkt den Tom für Alex und Ellie hegt. Vor allem Ellie ist für ihr kindlichen Alter doch reif, auch wenn sie einige dumme Entscheidungen trifft. Aber wenn wir ehrlich sind - wir haben wohl niemals eine vergleichbare Situation erlebt, mit der wir unsere eigenen Reaktionen einschätzen könnten.

 

Betroffen war ich aber allgemein von dem Szenario. Es ist hochaktuell und vor allem kann es uns jederzeit in einer ähnlichen Form treffen. Wissen wir, was alles im Geheimen versucht und erprobt wird? Wissen wir, wie weit die immer weiter entwickelte Technik sich auswirkt?

Gerade diese Fragen stellt man sich beim Lesen dieses Buches. Es hinterlässt ein seltsames Bauchgefühl und einen Nachklang, mit dem man sich noch lange beschäftigt. Vor allem aber regt es zum Nachdenken und Grübeln an...

Meiner Meinung nach ein gelungenes Buch, welches ich aber nicht jedem Jugendlichen zum Lesen empfehlen würde - gerade die etwas "blutigeren" Szenen waren auch mir manchmal etwas zu detailgetreu beschrieben.

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