Rezension: Marie Lu - "Die Gemeinschaft der Dolche"

Seiten:

 

416

 

Übersetzer:

 

Sandra Knuffinke / Jessika Komina

 

Verlag:

 

Loewe Verlag

 

 

 

Klappentext:

 

"Über Nacht verfärbten sich Adelinas wunderschöne schwarze Haare plötzlich silbern. Seit sie das mysteriöse Blutfieber überlebte, ist die Tochter eines reichen Kaufmanns gezeichnet und von der Gesellschaft verstoßen. Aber die Krankheit hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige. Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe ..."

(Quelle: http://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/young_elites_die_gemeinschaft_der_dolche-7836/ )

Als das Blutfieber im Land um sich greift, sterben viele Bewohner. Doch einige Kinder überleben es und müssen mit ihren schweren Zeichnungen und Gaben als "Malfettos" leben. Sie werden verteufelt, von der Inquisition gejagt und getötet.

 

Adelina ist die älteste Tochter eines eins angesehen Kaufmanns, der durch das Fieber seine Frau verlor. Seine Tochter jedoch überlebte. Sie verlor dabei ein Auge und ihre eins schwarzen Haare sind nun grau. Jahre voller Missbrauch liegen hinter der nun fast erwachsenen Frau. Und wer tat ihr dies alles an?

Der eigene Vater, der keinen Profit in ihrer Existenz erkennen kann. Als Adelina an einen Mann verkauft werden soll, flüchtet sie. Durch einen Unfall kommt ihr verhasster Vater ums Leben und selbst ihre jüngere Schwester kann sie nicht vor dem Urteil der Inquisition bewahren - Tod auf dem Scheiterhaufen.

Doch dazu kommt es nicht, denn die geheime Gemeinschaft der Dolche rettet Adelina und bringt sie vorerst in Sicherheit.

Aber wie sicher ist man, wenn man seine dunklen Kräfte nicht beherrschen kann?

 

Selbst unter anderen Begabten stellt sie ein großes Risiko dar - jedoch auch einen Trumpf im Kampf gegen die Herrscher des Landes.

 

 

Marie Lu konnte mich vor einigen Jahren mit "Legend - Fallender Himmel" in ihren Bann ziehen und auch die Autorin selbst, da ich das Glück hatte sie auf der Frankfurter Buchmesse zu treffen, ist äußerst sympathisch. Deshalb frage ich mich nach der Lektüre von "The Young Elites" immer wieder, weshalb ich die "Legend"-Reihe nie beendet habe.

Nichtsdestotrotz war ich mehr als angetan von der "Gemeinschaft der Dolche".

 

Vielleicht gerade deshalb, da die Protagonisten nicht die nettesten Personen sind, die man sich vorstellen kann. Vor allem Adelina hat schon antagonistische Züge, da sie sich selbst mit ihrer dunklen Vergangenheit und dem Hass, der in ihr schlummert, sich und ihrem Handeln im Weg steht. Sie schafft es nicht, die Dunkelheit in sich zu beherrschen, um daraus Kraft zu gewinnen. Und sie schadet unwissentlich und wissentlich den Personen in ihrer Umgebung.

Dies macht Adelina zu einem sehr zwiegespaltenen Hauptcharakter, den man entweder lieben oder hassen muss. Ich persönlich mag den Kontrast zu der sonst so netten, rosaroten Welt sehr gerne und bin gespannt, wie sie und ihr Charakter sich weiterentwickeln.

 

Die übrigen Protagonisten sind manchmal schwer zu deuten, auch weil sie neben der stark präsenten Adelina manchmal etwas zu kurz kommen. Beispielsweise Raffaele ist ein Mann mit vielen Gesichtern und ich war von seinem Handeln schlussendlich doch etwas enttäuscht, doch wüsste ich auch gerne, was ihn zu dem gemacht hat, der er ist, da man als Leser nur Bruchstücke aus seinem Lebensweg erfährt. Dies würde mich bei einigen Charakteren interessieren - auch wie sie zu Malfettos wurden und was sie erlebt haben.

 

Marie Lu verwebt im ersten Band ihrer neuen Reihe einige Stile und Elemente, wie mittelalterliche Zustände, miteinander. Gerade diese Mischung aus Verrat, Leidenschaft, Geheimnissen und Lügen macht es zu etwas Interessantem, was aus der breiten Masse, für mich persönlich, heraussticht.

 

Ich kann denjenigen, die gerne spannende Jugendbücher lesen, "The Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche" nur wärmstens ans Herz legen. Ich hoffe, dass Marie Lu mich mit dem Folgeband wieder in den Bann ihrer Geschichte ziehen kann und mir meine erhofften Antworten innerhalb der Geschichte liefert.

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