Rezension: Beate Rösler - "Die Töchter des roten Flusses"

Seiten:

 592

 

 Übersetzer:

  Lene Kubis

 

 Verlag:

 Aufbau Taschenbuch

 

 Klappentext:

 "Nach dem Tod ihrer Stiefmutter findet Tuyet Briefe ihrer Mutter aus Vietnam. Wollte sie den Kontakt zu ihrer Tochter also doch nicht abbrechen? Auf der Suche nach Antworten reist Tuyet von Frankfurt nach Hanoi, der Stadt am Roten Fluss, wo sie die junge Linh kennenlernt und tief in die fremde Exotik ihrer Heimat eintaucht. Als sie eines Tages Linhs Mutter kennenlernt, die als Vertragsarbeiterin in der ehemaligen DDR gelebt hatte, ist Tuyet ihrer Vergangenheit plötzlich näher, als sie ahnt …"

Quelle: Aufbau Verlag

Tuyet ist Ende zwanzig und eine erfolgreiche Anwältin in Frankfurt. Wie ihr Name schon vermuten lässt, ist sie vietnamesischer Abstammung.

 

Nach dem Krebstod ihrer deutschen Stiefmutter, findet Tuyet Briefe ihrer leiblichen Mutter aus Vietnam an ihren Vater. Da sie jahrelang in dem Glauben gelebt hat, ihre Mutter hätte den Kontakt zu ihrem Mann und ihrer Tochter abgebrochen, ist der Inhalt der Briefe ein Schock für Tuyet. Die Erkenntnis, der Verlust und die Suche nach Antworten lassen ihr keine Ruhe mehr. Mit ihrem Freund reist sie zum Erholen nach Hanoi - und um ihre Wurzeln zu finden.

 

Überraschend steht sie ihrer älteren Schwester gegenüber, die jedoch überhaupt keinen Kontakt zu ihr möchte. Sie gibt Tuyet an der ganzen Situation die Schuld und verweigert dieser jegliche Auskunft über den Verbleib ihrer beider Mutter.

Dennoch bleibt Tuyet - nun alleine - in Hanoi und lernt die junge Linh kennen. Ihre Freundin entpuppt sich bald als Schlüssel zu allen Antworten...

 

 

Beate Rösler hat hier in der Tat ein interessantes, exotisches Werk geschaffen. Auf der einen Seite taucht der Leser in die Vergangenheit und Gegenwart Vietnams ein. Hanoi zeigt sich von seiner schönsten Seite für Touristen - exotisch, faszinierend und lebendig. Im krassen Gegensatz steht der Einblick in die Vergangenheit in der Zeit des Vietnam Kriegs. Die Autorin bietet aber auch einen Rückblick in die Geschichte Deutschlands - speziell der DDR - mit den Leiharbeiterin aus Südostasien.

 

Ich habe einige Zeit mit mir gehadert, wie ich die Rezension verfassen soll. Die Handlung an sich war spannend und fesselnd, besonders die letzten zweihundert Seiten flogen nur so dahin, weil ich unbedingt wissen wollte, wie das Buch ausgeht und die Geschichte sich auflöst.

Zudem habe ich die wirklich sehr detaillierten Beschreibungen der Stadt und des Landes selbst genossen. Jedoch ist dort auch mein Kritikpunkt. Manchmal waren es mir schlicht zu viele Einzelheiten, die dargestellt wurden, beziehungsweise an einigen Stellen wirkte die Handlung damit fast überladen. Zwischendurch zogen sich die Seiten und es fühlte sich für mich persönlich sehr langatmig an, gerade zu Beginn des Buches.

 

Auch Protagonistin Tuyet machte mir manchmal das Leben und Lesen schwer. Ich konnte einige Male ihrer Gefühle und ihr Verhalten nachvollziehen, andere widerum leider gar nicht. Dies machte sie für meine Wenigkeit unsympathisch, doch gegen Ende konnte sie meine Meinung über sich und ihren Charakter noch einmal verbessern.

 

Insgesamt bekommt man als Leser durch verschiedene Erzählperspektiven einen rundum guten Überblick über die verschiedenen Dreh- und Angelpunkte der "Töchter des roten Flusses", somit ist es ein unterhaltender, historischer Roman für alle Leser, die ein Interesse an Familiengeschichten, -geheimnissen und exotischen Ländern haben.

 

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