Rezension: Anna Levin - "Im Schatten des Flammenbaums"

Seiten:

  384

 

 Übersetzer:

/

 

 Verlag:

blanvalet

 

 Klappentext:

 "Paris 1926. Louise Bernard ist Mechanikerin in einer Autowerkstatt. Trotz der Anfeindungen ihrer männlichen Kollegen gibt Louise nicht auf, denn sie hat einen Traum. Sie will nicht nur beweisen, dass sie mehr als »nur« eine Frau ist, sondern auch ihren Zwillingsbruder in seiner Tierauffangstation auf Madagaskar besuchen. Als der Autobauer ein Fahrzeug für die dort ansässige Mission spendet und sie bittet, den Transport zu beaufsichtigen, ist sie am Ziel ihrer Sehnsüchte: Endlich wird sie einen der letzten Urwälder sehen, mit seinen fremdartigen Tieren und betörenden Blumen. Louise ist überwältigt, doch bald wird die freiheitsliebende junge Frau nicht nur mit der Liebe konfrontiert, sondern auch mit dem Tod und einem dunklen Geheimnis …"

Quelle: blanvalet

Paris, Ende der Zwanziger Jahre. Louise Bernard ist eine talentierte Mechanikerin bei Citroën und behauptet sich immer wieder neu in der Männerdomäne.

Ihr Zwillingsbruder Adrien Bernard arbeitet und lebt auf Madagaskar. Er betreibt mit viel Herz eine Tierauffangstation mit seiner Frau und seinem Schwiegervater in der Nähe des Dschungels.

Als Monsieur Citroën ein neues Auto, unter anderem zu Werbezwecken, an die Mission in Madagaskar spenden möchte, findet eine Ausschreibung statt, in welcher sich Louise durchsetzen kann.

 

Auch wenn die Reise manchmal beschwerlich ist, treibt sie die Freude, ihren Bruder bald wiederzusehen, immer weiter an.

Endlich am Ziel, kann Louise nachvollziehen, wie ihr Bruder sich in das Land, die Menschen und vor allem die Tiere verlieben konnte.

Sie ist völlig fasziniert und hingerissen.

Doch vieles ist nicht so, wie es zu Beginn scheint. Nicht alle Menschen sind ihrem Bruder - und nun auch ihr - freundlich gesinnt und Geheimnisse verkomplizieren alles. Aber werden sie am Ende auch aufgedeckt?

 

Glück und Liebe könnten nicht existieren, wenn uns Trauer und Leid nicht auch bekannt wären. Diese Erfahrungen muss Louise ebenfalls machen.

Nur zerbrechen darf sie an ihrem Kummer nicht, denn sie muss stark sein.

 

 

Anna Levin konnte mich bereits mit ihren vorherigen Büchern begeistern, diesen steht "Im Schatten des Flammenbaums" in Nichts nach.

Mit ihrem bildhaften Schreibstil und den liebevollen Detailbeschreibungen der Flora und Fauna Madagaskars, schafft es die Autorin, diesen exotischen Ort vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen.

 

Die Tiere haben es mir besonders angetan. Hier schafft Anna Levin es ebenfalls mein Interesse zu wecken, da ich selbst im Tierschutz tätig bin. Es ist faszinierend zu sehen, wie viel getan werden kann - vor allem mit den wenigen Mitteln, die der Auffangstation zur Verfügung stehen, natürlich auch der damaligen Zeit und der Lokalität.

Louise ist eine sehr emanzipierte, selbstständige Frau, die in ihrem Selbstbewusstsein voll aufgeht. Eine Seltenheit in den 1920er Jahren. Bereits in Frankreich sticht sie in einer Männerdomäne heraus, aber in Madagaskar erst recht. Da haben Frauen nicht viel zu sagen und so muss sie sich dort wiederholt beweisen.

Dennoch ist die Protagonistin auch sanfmütig und gutherzig, ist zumeist völlig unvoreingenommen gegenüber anderen und versucht - zu Beginn jedenfalls - in vielem das Positive zu sehen.

Doch selbst nach dem harten Schicksalsschlag, den sie erleben muss, zerbricht sie nicht. Sie findet einen Weg, um weiterzuleben. Sie kämpft für die Menschen, die ihr wichtig sind und setzt ihre Ansichten durch.

 

Für mich persönlich enthielt die Handlung teilweise doch sehr viele kriminalistische Elemente. Da dies nicht mein bevorzugtes Genre ist und ich dem leider nicht viel abgewinnen kann, trübte es etwas meine Begeisterung für die Geschichte. 

 

Anna Levin schafft es aber dennoch immer wieder mich zu faszinieren. Ihre Bücher sind nicht nur aufgrund des Schreibstils kleine Schätze im Bücherregal, auch die Gestaltung, insbesondere die Cover ihrer Werke, sind traumhaft.

 

 

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