Rezension: Rena Fischer - "Chosen"

Seiten:

464

 

 Übersetzer:

/

 

 Verlag:

  Thienemann-Esslinger

 

  Klappentext:

 "Zwei verfeindete Clans, die sie auf ihre Seite ziehen wollen.
Ein Internat für Schüler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, das ihr vorkommt wie ein Gefängnis.
Und ein Junge, den sie mehr liebt, als es gut für sie ist.
Zwischen Liebe und Verrat, Lüge und Verschwörung muss Emma die Wahrheit finden.
So schnell wie möglich, sonst werden sie sie kriegen. Und töten."

Quelle:  Thienemann-Esslinger

Seit Emma denken kann, gibt es nur sie und ihre Mutter. Beide haben ein Geheimnis, dass es zu schützen gilt. Sie haben paranormale Fähigkeiten und wenn diese ans Licht kommen würden, wäre niemand in ihrer Umgebung sicher. Rina hat ihre Tochter immer gewarnt, niemandem zu vertrauen.

Als Emmas Mutter stirbt, taucht plötzlich ein unheimlicher Fremder auf ihrer Beerdigung auf und behauptet, ihr Vater zu sein.

 

Jacob weiß um die Fähigkeiten seiner Tochter, denn er besitzt selbst solche. Er nimmt sie mit nach Irland, damit sie dort die Aufnahmeprüfung für ein Eliteinternat bestehen kann und vollwertiges Mitglied der übernatürlich hochbegabten Organisation "Sensus Corvi" wird.

Bald schon werden Emmas Fähigkeiten als legendär beschrieben und sie steigt höher und höher auf. Sie wird sogar persönlich vom  Schulleiter, Fion Farran, unterrichtet. Eine größere Ehre gibt es kaum innerhalb dieser elitären Gemeinschaft.

 

Doch der Rat ihrer Mutter, niemandem zu vertrauen, ist allgegenwärtig, denn wer ist Freund und wer ist Feind? Die Ereignisse überschlagen sich und Emma muss entscheiden, ob sie bereit dazu ist, für ein größeres Wohl zu töten.

 

 

Rena Fischer hatte hier eine interessante Grundidee, die mir persönlich aber nicht zusagte.

Die gegenwärtige Geschichte wechselt sich mit hellen Seiten ab, die die Vergangenheit wiedergeben.

Die Kapitel sind recht kurz, da es die Schnelligkeit der Ereignisse demonstrieren soll. Mich störte dies zunehmend. Am meisten störten mich das Verhalten der Figur Jacobs.

 

Emma kennt ihren Vater nicht, hat regelrecht Angst vor ihm. Dennoch darf er, nachdem ihm das Sorgerecht zugesprochen wurde, Emma einfach mit in ein anderes Land nehmen. Sie muss ihr Heim, ihre Schule, ihre vertraute Umgebung und die Menschen, die sie liebt, zurücklassen. Und das alles nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter, wo sie gerade in diesem Moment doch Halt und Stärke benötigt, um nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Welches Gericht oder Amt lässt so etwas zu? Da werde ich wirklich wütend. Außerdem kommt es mir einfach zu abstrakt vor, als wäre es um fünf Ecken so konstruiert, dass es in die Geschichte passt.

 

Ich benötigte auch mindestens hundertfünfzig Seiten, um wirklich in die Geschichte hineinzukommen. Es fiel mir unglaublich schwer, die Handlung und vor allem die Protagonisten nachzuvollziehen.

Obgleich man leider nicht so viel von den Charakteren erfährt, wie es wünschenswert wäre, um ihnen wirklich Leben einzuhauchen, ist das, was ich als Leser erfahren habe, oftmals mehr als unsympathisch.

 

Danach liest sich das Buch recht gut, es wird auch etwas spannender. Dennoch bin ich mir wirklich nicht sicher, ob ich einen zweiten Band benötige, auch wenn das Ende darauf neugierig machen soll.

Die Grundidee gefiel mir, nur die Umsetzung ließ meiner Meinung nach zu wünschen übrig.

Eventuell kann mich die sympathische Autorin Rena Fischer mit einer anderen Geschichte überzeugen, denn dafür bin ich voll und ganz offen. Nur "Chosen" wird es wohl nicht mehr schaffen.

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