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[Rezensionsexemplar] Rezension: Leigh Bardugo - "Wonder Woman"

Danke an vorablesen und DTV für das Rezensionsexemplar.

 

Diana ist die Tochter der Amazonenkönigin Hippolyta. Sie ist die einzige ihres Volkes, welche nicht kampferprobt in den Kreis der Gemeinschaft aufgenommen wurde. Diana entstand aus Erde und der Sehnsucht ihrer Mutter nach einem Kind, welches die Götter ihr geschenkt haben.

 

So leidet die junge Frau, da viele ihre Schwestern sie nicht als vollwertig erachten. Deshalb muss Diana das Wettrennen unbedingt gewinnen, um sich endlich beweisen zu können.

 

Doch mittendrin sinkt vor der Küste Themysciras ein Schiff und Diana kann nicht anders und rettet einem Mädchen das Leben. Dabei verstößt sie gegen die Regeln der Insel, nicht über die magische Grenze zu schwimmen - und vor allem - niemals darf ein Mensch die Insel betreten, denn das könnte verheerende Folgen haben.

 

Diese treten auch direkt zutage, denn die unsterblichen Amazonen werden plötzlich krank und die schwesterliche Gemeinschaft scheint dem Untergang geweiht, wenn Diana die junge Frau nicht tötet oder wieder in ihre Welt bringt. Diana entscheidet sich für die letzte der beiden Optionen, die das Orakel der Insel ihr offenbart hat. Doch sie muss nicht nur die Insel verlassen. Alia, das gerettete Mädchen, ist keine gewöhnliche Sterbliche. Sie ist eine Kriegsbringerin und muss schnellstens nach Griechenland, um dort von ihrem "Fluch" befreit zu werden. Denn nur so kann die Menschheit - und auch die Amazonen - vor einem Krieg gerettet werden, der viele Opfer fordern wird...

 

Leigh Bardugo ist keine unbekannte Autorin. Da ich damals ihre "Grischa"-Reihe sehr mochte, war ich begeistert, als ich hörte, dass sie eine derjenigen ist, die Geschichten über die "DC Icons" schreiben. Zuletzt hatte ich "Das Lied der Krähen" begonnen, aber für unbestimmte Zeit zur Seite gelegt, da ich nicht in die Geschichte reinkam. Ich habe auch nicht den Film über "Wonder Woman" gesehen und war somit wenig vertraut mit der Thematik. Dennoch habe ich mich sehr gefreut und es haben sich enorme Erwartungen in mir aufgestaut. Vielleicht lag es auch daran, dass ich nicht wirklich etwas mit der Geschichte anfangen konnte beziehungsweise sie schlichtweg nicht mochte.

 

Ich kann Dianas Drang sich beweisen zu müssen durchaus nachvollziehen. Sie ist eine Außenseiterin in ihrer eigenen kleinen Welt und möchte endlich dazugehören. Sie hat ihre eigene Meinung und ist auch manchmal recht stur. Ich mochte Diana wirklich - bis Alia aufgetaucht ist. Davon abgesehen, dass ich die Kriegsbringerin schlichtweg rotzfrech, meistens undankbar, total naiv und mir persönlich extrem unsympathisch war, hat mir auch ihr Verhalten gegenüber Diana nicht gefallen, die ihr schließlich das Leben gerettet hat. Es dreht sich einfach alles nur noch um Alia. Sie soll keine Dummheiten machen. Was macht sie? Dummheiten. Die beiden müssen schnellstmöglich nach Griechenland, aber sie ist ein trotziges Kind, welches unbedingt nach Hause will. Und das in dem Bewusstsein, dass die Reise nach Griechenland die Menschheit retten kann. Außerdem ist Alia zuhause nicht sicher und gerade wurde ein Mordanschlag auf sie ausgeübt. Und zu alledem, um sie und die Menschen zu retten, opfert Diana quasi alles. Sie möchte allen helfen und nimmt in Kauf, eventuell ihre beste Freundin zu verlieren und ihr gesamtes Volk. Und doch bockt Alia bei jeder Gelegenheit. Ich konnte das Verhalten nicht nachvollziehen und wollte es irgendwann auch wirklich nicht mehr. Ab einem bestimmten Punkt nervte mich die Handlung regelrecht und ich war erleichtert, als ich endlich das Buch beenden konnte. Vor allem der Schluss hat mir noch den ein oder anderen "Augen-verdreh-Moment" beschert.

 

Ich habe ein All Age Fantasy Buch erwartet, dies muss ich gestehen. Vielleicht bin ich deshalb so enttäuscht, da die Figuren einfach zu naiv, unreif und kindlich handelten. Daher befinde ich mich in meiner Einschätzung im Zwiespalt. Denn einige Szenen passen so gar nicht in das kindliche Muster und sind doch recht brutal und "erwachsen", im Vergleich zum Rest der Geschichte. So hat es für mich nicht in die eine, aber auch nicht in die andere Kategorie gepasst.

 

Ich habe vermutlich zu viel erwartet und verlangt, jedoch konnte mich persönlich "Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen" nicht erreichen, geschweige denn begeistern. Für Fans der Comics ist dieses Buch sicher ein Muss, für mich jedoch leider nicht. Dennoch werde ich die "DC Icons Series" weiterverfolgen, da beispielsweise die Autorin Marie Lu mich noch nie enttäuscht hat und sie sich der Geschichte um "Batman" gewidmet hat.

Seiten:

264

 

  Verlag:

DTV

 

 Klappentext:

 "Eigentlich will Diana, Tochter der Amazonenkönigin, nur eines: das Rennen gewinnen, in dem sie gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel antreten muss. Doch dann erblickt sie am Horizont ein untergehendes Schiff und bewahrt Alia, ein gleichaltriges Mädchen, vor dem Tod. Doch wie Diana vom Orakel erfährt, ist es Alias Bestimmung, die Welt ins Unglück zu stürzen und Krieg über die Menschheit zu bringen. Um dies zu verhindern, reist Diana mit Alia ins ferne New York – und wird unversehens mit einer Welt und Gefahren konfrontiert, die sie bislang nicht kannte ..."

Quelle und Bildrechte: DTV